Back to the office?

Ohne Zweifel hat die C-Krise innerhalb kürzester Zeit unser Arbeitsleben auf den Kopf gestellt und Unternehmen und Institutionen zum Umdenken gezwungen. In einer vorher niemals denkbaren Geschwindigkeit wurden Arbeitsplätze in Heimarbeitsplätzen gewandelt, selbst in Unternehmenssparten, bei denen das vorher undenkbar war. Mancher Chef mit Kontrollmanie musste in den sauren Apfel beißen und seine Mitarbeiter aus seinem Blickfeld entlassen. 

Anfangs fühlte es sich für viele wie eine Übergangslösung an und eilig wurden Wohnzimmertische zu provisorischen Arbeitsplätzen umfunktioniert und familiäre Zeitpläne erstellt, um sich beim homeschooling nicht in die Quere zu kommen.

… nicht wirklich

Jetzt gehen wir mittlerweile schon wesentlich routinierter damit um und haben Gefallen am mobilen und flexiblen Arbeiten im Homeoffice gefunden. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT vom April 2020 zeigte, dass 80% der Befragten damit zufrieden sind, im Homeoffice zu arbeiten (immer vorausgesetzt die Technik funktioniert). Manche arbeiten von zu Hause aus sogar sehr viel produktiver, da die Ablenkung im Büro durch Kollegen, sinnfreien Abstimmungsschleifen und  Endlos-Meetings wegfallen und sie sind dankbar, keine kostbare Lebenszeit mehr im Stau zu verlieren.

Real life versus remote working 

Andere vermissen wiederum die Bürogemeinschaft, denn sie schätzen den Kontakt und den Austausch mit den Kollegen sehr und es fällt ihnen leichter sich zu organisieren, wenn sie im real life-Modus an ihren Schreibtischen im Unternehmen sitzen. Und wieder andere können es kaum abwarten, den engen eigenen Wänden zu entfliehen und somit nicht mehr permanenter Ansprechpartner für sämtliche familiären Belange zu sein.

Mittlerweile zeichnet sich eine Lockerung der Beschränkungen ab und viele Firmen wollen ihre Mitarbeiter wieder ins Büro holen und damit wieder zurück zur Präsenzarbeit. Bei der Rückholung ist es die Aufgabe der Führungskraft, auszuwählen, welcher Mitarbeiter auf der einen Seite effektiv und effizient vom Homeoffice aus gearbeitet hat und sich das auch weiterhin wünscht und auf der anderen Seite solchen Mitarbeitern, die fokussierter und produktiver im Kreise ihrer Kollegen sind und diese Unterstützung auch brauchen.

Der Zukunftsforscher Matthias Horx spricht gar von einer „Individualisierung der Arbeit“, die jedem seine Form der Arbeit ermöglichen sollte. Die besondere Herausforderung liegt also in dem Vertrauen und der Kenntnis der Fähigkeiten der eigenen Teammitglieder und Mitarbeiter. Wer als Führungskraft hier blinde Flecken hat, wird sich damit schwer tun und sicherheitshalber Präsenz fordern, schon alleine um sich der eigenen Autorität zu versichern. 

Emotional networking statt social distancing

Generell wird Führung wohl eher hybrider werden, also ein Mix aus analoger und digitaler Kommunikation. Vor allem wird Führung intensiver werden und einen echten Austausch mit mehr Kommunikation mit sich bringen. Auch Einzelgespräche auf ungewohnt emotionaler Ebene werden auf der Tagesordnung stehen.

Sie sind Führungskraft und haben genau damit Schwierigkeiten?

Dann ist das jetzt Ihre Chance, social distancing in emotional networking umzuwandeln. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter an Ihrem eigenen Wachstumsprozess teilhaben. Erzählen Sie in (digitalen) Blitzlichtrunden, wie es Ihnen geht und wie Sie mit den aktuellen Unwägbarkeiten und Unsicherheiten dieser Zeit umgehen. Erleben Sie, wie sich daraufhin auch Ihre Mitarbeiter öffnen und ehrlich von den Herausforderungen berichten, die die C-Krise mit sich bringt. Hier ergibt sich die Chance, auch im remote working Teamgeist und emotionale Nähe zu schaffen.

Ergreifen Sie diese Chance!