Der ganz normale Masken-Wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn!

 Ich parke, ziehe vorschriftsmäßig meine Maske auf und steige aus. Neben mir steigt gerade eine Frau in ihr Auto ein und zieht sich die Mund-Nasen Maske vom Gesicht, um sich danach genüsslich mit beiden Händen durch das Gesicht zu rubbeln 😳. Wie war das doch gleich? Vor was schützt uns diese Maske und was sollte man schnell wieder beachten beim Anlegen und Ablegen? 

Seit dem 27. April ist das Tragen einer Atemschutzmaske verpflichtend und seitdem üben wir mit ihr umzugehen und sie uns „schön“ zu machen.

 Ich gehe also durch die Stadt und bewundere die verschiedenen Gesichtsabdeckungen der Menschen, die mir entgegenkommen. 

Habe ich anfangs nur sehr fantasielose Mund-Nasenbedeckungen gesehen, ist jetzt der gestalterischen Freiheit keine Grenzen mehr gesetzt.Gepunktet und gestreift, Markenlogos seitlich aufgesetzt, Smileys oder auch Statements wie “Was guckst Du?” kommen mir in der Fußgängerzone entgegen. 

Ich setze mich auf eine Bank und werde Zeuge einer herzzerreißenden Szene:

Ein älteres Ehepaar verlässt maskiert ein Geschäft.

Vor dem Geschäft steht eine junge Frau mit Buggy und ihrem kleinem Sohn darin.

Beide älteren Herrschaften bleiben vor dem Buggy stehen, beugen sich maskiert hinunter zu dem Zweijährigen und flöten zuckersüß:“Ja mei, da schau‘ her, ja wer ist denn da?“*

Der Zweijährige erstarrt in seinem Buggy, holt Luft und fängt ekstatisch an zu schreien.

Das älterer Ehepaar richtet sich schockiert auf, der Mann reißt sich die Maske vom Gesicht und ruft: „ Mei ,Felix, net weinen, ich bin’s, der Opa!“*

 Ich hole mir Geld vom Bankomat und hinter mir betritt ein junger Mann den Kassenvorraum.

Er trägt eine Mütze, Sonnenbrille und über seiner Mütze thront auf Höhe seiner Ohren ein überdimensionierter Bluetooth Kopfhörer, der ihm in Verbindung mit der Atemschutzmaske das Aussehen eines außerirdischen Insekts gibt..

Ich muss schmunzeln und bin sehr dankbar, dass es nicht dunkel ist, sonst hätte ich wohl laut schreiend ob dieses Anblicks die Flucht ergriffen. 

Im Drogeriemarkt betritt kurz nach mir ein alter Mann das Geschäft. Ohne Maske.

Ich warte auf einen Aufschrei des Entsetzens der Anwesenden und/oder der Verkäuferinnen – doch es passiert nichts. Er streift unbehelligt durch die Regalreihen. Ich drehe mich um und frage ihn, warum er keine Maske trägt. Er antwortet: „Ich bin 83 und gsund. Geh‘ mir weiter mit dem Schmarrn!“* Sein provokantes Grinsen ist für mich klar erkennbar. Mein Lippenkräuseln unter meiner Maske sieht er nicht. 

Generell ziehe ich nach diesem Stadtaufenthalt folgendes Resumee: 

Generell sollte das Tragen eines Mundnasenschutzes unserem Gegenüber zeigen, dass wir ihn vor unserem Auswurf schützen möchten, sollten wir denn husten oder niesen müssen.Wir demonstrieren damit also, dass wir verantwortungsbewusst mit der Gesamtsituation umgehen 💪🏼 und auch außerhalb der staatlich verordneten Maskenpflicht die Gesundheit unseres Gegenübers sehr ernst nehmen.Das Tragen der Maske zollt unserem Gegenüber also Respekt. 

Desweiteren:

  • Menschen mit Atemschutzmasken sind nicht mehr eindeutig identifizierbar
  • Der Style der Maske lädt dazu ein, auf die Persönlichkeit ihres Trägers zu schließen. Blümchenmuster trägt der eher romantische Typ, bayrische Raute der Heimatverbundene, Einweg-Masken eher der Phantasielose etc.
  • Statements, die einem normalerweise verbal und hörbar nicht über die Lippen kommen würden, prangen jetzt gut lesbar auf den Lippen, aufgedruckt auf den Masken
  • Die Maske gibt uns Schutz. Wir können uns mit ihr anders verhalten, als wir es ohne sie tun würden, weil wir nicht klar erkennbar und identifizierbar sind.
  • Kommunikation mit Maske ist schwierig, da uns die Hälfte unserer Mimik verloren geht und wir nicht mehr die Möglichkeit haben, das gesprochenen Wort mit der gezeigten Mimik zu vergleichen und damit z.B. den Wahrheitsgehalt feststellen zu können.

 Die Maskenpflicht verändert also unseren Umgang miteinander und vor allem auch die Kommunikation, deren wichtigster non-verbaler Bereich die Mimik ist.Im Umgang miteinander führt das zu Unsicherheiten in dieser eh schon angespannten Gesamtsituation. 

Wir brauchen also mehr Gestik und eine trotz Maske, sichtbare und eindeutig lesbare Mimik….und wie sagte Victor Borge so schön: „“Ein Lächeln ist die kürzeste Entfernung zwischen zwei Menschen.“

 …und genau das können wir auch mit Maske tun und das geht so: 

Da uns jedoch die Information des lächelnden Mundes fehlt 😷 und wir das gesprochenen Wort nur noch hören, aber nicht gleichzeitig von den Lippen lesen können, gewinnen die Augen 👀und die Augenbrauen massiv an Bedeutung. 

Das heißt für uns: 

Wenn wir lächeln, dann bitte richtig breit lächeln😁, denn nur dann sieht unser Gegenüber die (kleinen) Lächelfältchen an den äußeren Augenwinkeln. 

Ihr Gesprächspartner wird es Ihnen danken.😉
*Ich wohne in Bayern😁!

Und wir sollten unsere Augenbrauen unbedingt mehr ins Gespräch einbringen, denn sie untermalen und verdeutlichen das gesprochene Wort. Für den Fall, dass die Augenbrauen aufgrund massiver Zupforgien in der Vergangenheit leider nur noch sehr übersichtlich vorhanden sind, empfehle ich künstlich nachzuhelfen und ein wenig dicker aufzutragen.