Gruselt es Dich wieder auszugehen?

Die Angst wieder unter Menschen zu gehen…

Puh! Da ist mir ja schon beim Zugucken ganz gruselig geworden.

Also nicht, dass ich menschenscheu wäre, was in meinem Beruf eine Katastrophe wäre oder sonst irgendwie sozialphobisch veranlagt…., nein, das bin ich alles wirklich nicht.

Aber der pure Anblick von 64.000 Menschen in einer Arena, eng an eng, maskenlos und sich jubelnd anschreiend, hat mich gnadenlos überfordert.

Nein, ich war nicht mittendrin, sondern nur davor nämlich vor dem Fernseher gesessen und fühlte mich, obwohl ja die Mattscheibe zwischen mir und den Menschenmassen war, bereits gestresst.

FOMO vs. FOGO

Leide ich etwa an der Angst wieder rauszugehen, kurz: FOGO (Fear of going out)?

Noch vor der Pandemie liefen wir ja eher Gefahr der Angst, etwas zu verpassen, kurz: FOMO (Fear of missing out) zum Opfer zu fallen.

Dementsprechend eng getaktet war „damals“ unsere Freizeitgestaltung und unsere Omnipräsenz in den sozialen Netzwerken, um auf allen Kanälen möglichst up to date zu sein.

Von vielen wurde dann die erzwungene Isolation anfangs als sehr angenehm empfunden…., endlich Ruhe für sich und seine Gedanken.

Homeoffice ohne nervige Kollegen und endlich keine unnützen Meetings mehr, die eigene Taktung und noch nebenher zu Hause klar Schiff machen zu können, auch das fanden viele wohltuend für sich und ihre Nerven (die zusätzlich Homeschooling Geplagten nehme ich jetzt mal raus).

Es geht wieder loooos!!

Doch jetzt zieht das öffentliche Leben wieder an, geöffnete Biergärten, gut gefüllte Badeplätze, Feierlichkeiten, die endlich wieder in >100 Mann Stärke über die Bühne gehen dürfen, Konzerte und Kultur, die unsere Herzen höher schlagen lässt. Hybrid Arbeitsplätze oder gar Arbeitsplätze, die wieder in real live von Angesicht zu Angesicht besetzt werden sollen, Konferenzen mit Kollegen aus Fleisch und Blut in einem Raum sitzend…., doch das alles macht nicht jedem Freude.

„Re-Entry Stress“ macht die Runde, denn von 0 aus wieder durchzustarten, macht vielen Menschen Probleme.

Sie sind unsicher, ob und mit wievielen sie zwischenmenschlich schon wieder auf Tuchfühlung gehen wollen, und sie sind überfordert in der Entscheidung, was jetzt gut und was richtig ist.

Dein Leben – Deine Regeln!

Genau hier setzen wir jetzt an:

  1. Es gibt kein Falsch und kein Richtig!

Dir ist nicht nach der 100-köpfigen Hochzeitsfeier einer Freundin deiner Freundin?
Dann gehe nicht hin und erkläre klar, dass du es nicht genießen könntest, weil Du dich in Menschenansammlungen noch nicht wohl fühlst und die Dosis an Mitmenschen erst langsam steigern möchtest.
Wichtig ist, wann es sich für DICH richtig anfühlt, wieder auf eine Party oder in einen Club zu gehen!

  1. Du bestimmst das Tempo!
    Jeder hat sein ureigenstes Tempo, wie schnell er wieder sämtlichen Facetten seines Privat- und Berufslebens reanimieren möchte.

Unser Faible für Gemeinschaft und Zugehörigkeit wird uns bereits in die Wiege gelegt und gehört zu unserem genetischen Standardrepertoire.

Das Bedürfnis nach Sicherheit gehört ebenfalls zur genetischen Grundausstattung, alleine die Ausprägungen variieren von Mensch zu Mensch.

Dementsprechend ist es nachzuvollziehen, dass der Re-Entry nur gelingt, wenn er in dem eigenen Tempo erfolgt.

  1. Bleib’ bei Deinem „Re-Entry“ mit DIR in engstem Kontakt!
    Lass’ Dich von niemandem überreden, Dich an einem Begegnungsort mit knapp 200 anderen Menschen über Stunden aufzuhalten, (noch dazu in einem geschlossenen Raum), den Du nicht verlassen kannst und dort mit fremden Leuten Schulter an Schulter temporal zwangsvergesellschaftet wirst.
    Kurz gesagt: Entscheide Du, wann Du wieder in ein Flugzeug steigen möchtest : ))
    …und nicht zuletzt:
    Wann fühlt es sich für DICH richtig an, die viel bemühte Jogginghose auszuziehen und den Inhalt deines Schrankes mit den aktuellen Körpermaßen abzugleichen?
  1. Lass’ Dir von niemanden erzählen, was Du zu glauben oder zu tun hast.
    Mache eine Medien/Nachrichten Diät – und genieße diese Freiheit!
    Nur wer den Lärm im Außen leiser dreht, kann seine eigene Stimme hören!
    Beuge Dich also keinem Gruppenzwang – weder von Geimpften noch von Nicht-Geimpften – noch von urlaubseuphorischen Freunden, die unbedingt jetzt mit Dir in den Urlaub fliegen wollen.

Nimm Dir die Zeit, um Dich wieder ganz in Deinem Tempo und zu Deinen Bedingungen im Außen einzubringen.

Du entscheidest, denn Du hast die Macht über Dich…und kein Anderer!!

Be fabulous!  

Dein

Fabcoach Kerstin